DKP Südbayern: Weichen für den Neustart gestellt

Die Mitglieder der DKP in Südbayern haben am Samstag die Weichen für einen Neustart ihrer Bezirksorganisation gestellt. Bei einer Mitgliederversammlung in München berieten sie über die nächsten Schritte, nachdem eine Reihe von Mitgliedern in den vergangenen Wochen ihren Austritt aus der Partei erklärt hatten. Übereinstimmend wurde betont, dass man diese Entscheidung von teils langjährigen Aktivistinnen und Aktivisten bedauert. Allerdings wurde auch festgestellt, dass sich bei einigen dieser Genossinnen und Genossen eine solche Entscheidung lange abgezeichnet habe, so dass ihr Schritt nur konsequent gewesen sei. Continue reading “DKP Südbayern: Weichen für den Neustart gestellt”

Mitgliederversammlung in Südbayern

EINLADUNG ZUR MITGLIEDERVERSAMMLUNG

AN ALLE DKP-MITGLIEDER IM GEBIET DER EHEMALIGEN BEZIRKSORGANISATION
SÜDBAYERN

Samstag, 9. Dezember 2017, 14.00 Uhr
KommTreff, Holzapfelstraße 3, 80339 München

Tagesordnung (Vorschlag):

  1. Eröffnung / Begrüßung / Wahl einer Versammlungsleitung
  2. Beschlussfassung über die Tages-, Geschäfts- & Wahlordnung
  3. Wahl einer Mandatsprüfungskommission und einer Wahlkommission
  4. Bericht zur Situation in der ehemaligen Bezirksorganisation Südbayern / Aussprache
    – Diskussion über die Reorganisation der Bezirksstrukturen
    – Diskussion über eine Teilnahme an den Landtagswahlen 2018
  5. Bericht der Mandatsprüfungskommission
  6. Vorbereitung des 22. Parteitags / Antragsdebatte
  7. Wahl der Delegierten und der Ersatzdelegierten zum 22. Parteitag
  8. Bericht der Wahlkommission
  9. Verschiedenes

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Handlungsfähig werden

Interview mit unserem Stellvertretenden Kreisvorsitzenden Tom Talsky in der aktuellen UZ vom 1.12.2017

UZ: In den letzten Tagen sind teils langjährige Mitglieder aus der DKP ausgetreten. Doch die Auseinandersetzung läuft schon länger. Welche Bedeutung hat der 20. Parteitag von 2013 dabei?

Tom Talsky: Das hängt natürlich alles miteinander zusammen. Die DKP hatte auf dem 20. Parteitag eine klare Richtungsentscheidung getroffen, die da hieß, wir wollen die DKP als eigenständig auftretende, als klare kommunistische Kraft haben und deutlich wahrnehmbar sein. Die Wortführer in München und Südbayern bildeten dabei den Gegenpol, der vor dem 20. Parteitag noch die Mehrheit hatte. Leo Mayer, der bis vor kurzem Kreissprecher der DKP München war, war damals Stellvertretender Parteivorsitzender. Er und Bettina Jürgensen, damalige Vorsitzende der DKP, haben das Schlusswort der statutenwidrigen Bezirksdelegiertenversammlung in Südbayern mitunterschrieben, zu der nicht mal alle südbayrischen Gruppen eingeladen waren. Das war jetzt ein konsequenter Schritt von Teilen der Ausgetretenen, die schon seit Jahren die gemeinsame Debatte und die gemeinsame Aktion verhinderten. Sie haben sich damit in eine gewisse Opferrolle gestellt, weil sie die Mehrheit in der Partei verloren hatten und zur Selbstkritik anscheinend nicht fähig sind. Folglich haben sie sich an gemeinsam gefasste Beschlüsse wie die der Parteitage 2013 und 2016 nicht mehr gehalten. Die gemeinsame Arbeit vor Ort war deswegen nicht möglich, und nahezu alle Initiativen, welche wir vor Ort entwickelt hatten, wurden entweder niedergestimmt oder ignoriert. Schade ist es auf jeden Fall, dass jetzt schmerzlich viele den Schritt einfach mitgegangen sind, die nicht bereit waren zu diskutieren. Wir wollen aber jetzt nicht die Brücken abreißen und wir wissen, dass viele Mitglieder auch falsch oder unvollständig informiert wurden und teils emotionale Konstrukte aufgebaut wurden, um uns zu diffamieren. Continue reading “Handlungsfähig werden”

Aufbruch in eine neue Zukunft

Bericht der Kreismitgliederversammlung der DKP München am 18.11.2017

Am 18.11.2017 versammelten sich auf Einladung des ehemaligen Kreisvorstandes die Mitglieder der DKP München zu einer außerordentlichen Kreismitgliederversammlung. In den letzten Jahren hatte der ehemalige Kreisvorstand nur noch zu Kreisdelegiertenversammlungen eingeladen, obwohl die Mitgliederzahl der DKP in München nicht signifikant gestiegen war.
Dies führte dazu, dass der inhaltliche Austausch und die Diskussion zwischen den verschiedenen Parteigruppen de facto nicht mehr stattfand. Die getroffene Einschätzung des ehemaligen KVs, mit „den anderen“ lohne sich die Diskussion nicht mehr, wurde leider zur Handlungsgrundlage des Kreisvorstandes. Die Kreismitgliederversammlung beschloss daher den Wunsch an den neuen Kreisvorstand, ab jetzt wieder Kreismitgliederversammlungen statt Kreisdelegiertenkonferenzen durchzuführen. Der inhaltliche Austausch soll aber auch häufiger stattfinden, zum Beispiel durch gemeinsame Bildungsarbeit. Auch die Bezirksversammlung am 9. Dezember sowie die gemeinsame Jahresabschlussfeier der DKP München bieten hier gute Gelegenheiten.
Auf der Kreismitgliederversammlung kam auch der gemeinsame Wille der Genossinnen und Genossen zum Ausdruck, die Arbeit der DKP München fortzuführen und die Partei aufzubauen. Der Austritt mehrerer Genossinnen und Genossen – u. a. des ehemaligen Kreisvorstandes, die in der DKP keine Perspektive mehr gesehen haben, wurde von allen Anwesenden bedauerst. Einigkeit bestand auch darin, dass ihre gemeinsame Austrittserklärung sachlich unrichtig ist. Der nach außen von einigen vermittelte Eindruck, die DKP München habe sich aufgelöst, wurde als haltlos und unwahr bezeichnet. Die DKP München macht weiter Geschichte. Continue reading “Aufbruch in eine neue Zukunft”

Die DKP München macht weiter Geschichte.

 

Beschluss der Kreismitgliederversammlung der DKP München, 18.11.2017:

“Am 4.11.2017 haben mehrere DKP-Mitglieder ihren Austritt angekündigt. Die ehemaligen Sprecher des DKP-Kreisvorstandes haben eine öffentliche Erklärung verbreitet, dass damit „die DKP München Geschichte“ und ab jetzt „ihr Raum“ durch andere, zum Teil erst zu bildende Organisationen „vollständig ausgefüllt“ sei.

Das ist unrichtig.
Die heute anwesenden Mitglieder der DKP haben am heutigen 18.11.2017 auf ihrer Kreismitglie-
derversammlung einen neuen Kreisvorstand gewählt und die weitere Arbeit beraten und beschlossen.

Der Kreis München der Deutsche Kommunistische Partei – DKP bedauert den Austritt oft langjähriger und verdienter Genossinnen und Genossen, ihre in weiten Teilen sachlich unrichtige Austrittsbegründung und vor allem ihren Mangel jeglicher Selbstkritik.

Der Kreis München der DKP wird sich jedoch in einem Höchstmaß an Verständigung und Zusammenarbeit mit den Genossinnen und Genossen, die unsere Partei jetzt verlassen, bemühen, soweit sie weiterhin für Frieden, Demokratie und Sozialismus wirken wollen.

In einer immer gefährlicheren politischen Entwicklung ist ressentimentfreier solidarischer Kampf aller Linken mehr denn je vonnöten.”

– Kreismitgliederversammlung der DKP München, 18.11.2017

Revolution mit Zukunft

Foto: Frank Kopperschläger

Bericht von der Konferenz „Revolution hat Zukunft“ von DKP, SDAJ und Rotfuchs am 21. Oktober in Berlin

Geleitet vom Anspruch, Wissen über Geschichte als Instrument zur Gestaltung der Gegenwart zu gebrauchen, veranstalteten die DKP, der Rotfuchs Förderverein und die SDAJ am 21.10. im Kino Babylon in Berlin eine Konferenz zum Thema „100 Jahre Oktoberrevolution“ unter dem Motto: „Revolution hat Zukunft“.
Und darin waren sich alle einig: Die Große Sozialistische Oktoberrevolution ist nicht nur ein Ereignis der Geschichte, sondern ein historischer Schritt in die Zukunft – vergleichbar mit der Eröffnungsszene eines Schauspiels, in dem die Masse der Ausgebeuteten die Bühne als herrschende Klasse betritt, um alle ökonomischen, sozialen und politischen Verhältnisse umzugestalten, und dessen letzter Akt noch nicht vorüber ist. „In diesem Sinne“, bewahrheitet sich das Urteil Rosa Luxemburgs, „gehört die Zukunft überall dem Bolschewismus.“
Welche tragische Rolle darin das Scheitern der deutschen Revolution spielte, hob der Historiker des Rotfuchs Fördervereins, Götz Dieckmann, hervor. Der mutige Aufbruch des russischen Proletariats gründete sich auf der Hoffnung, dass die Arbeiter Deutschlands ihm zu Hilfe kommen würden. Dass das nicht geschah, beeinflusste nicht nur die Revolution, sondern die Geschichte Europas, und Clara Zetkin bezeichnete den Faschismus später als eine Strafe für das Ausbleiben der Revolution in Deutschland. Beifall erntete Götz Dieckman für die Feststellung, dass deutsche Kommunisten dem Urteil der Geschichte nicht ehrlos ausgesetzt sind, wovon die Januarkämpfe 1919 oder der Hamburger Aufstand zeugen. Continue reading “Revolution mit Zukunft”